Fr., 11. + Sa., 12. Jan.
20.00 Uhr
Eintritt:
20,- / erm. 15,- Euro
Freie Platzwahl!


 

 

SOLLBRUCHSTELLE“

Das neue Solo von und mit LISA POLITT

Es sieht weltenmäßig grad nicht so rosig aus, um der Wahrheit die Ehre zu geben. Eine schöne Gelegenheit, sich endlich mal auf’s Blumengießen zu konzentrieren. Oder mal gründlich aufzuräumen im Schrank. Irgendwas ohne Menschen. Und die defekten Elektrogeräte einschicken.

Man wundert sich sowieso: So alt ist das doch noch gar nicht, und trotzdem schon kaputt..? Reparieren geht auch nicht mehr. Ob die, die das sagen, überhaupt Fachleute sind, und wenn ja, ob sie uns die Wahrheit sagen: das wissen wir nicht. Zumindest sind es die, von denen wir dachten, sie seien dafür zuständig und hätten die Verantwortung. Dabei profitieren sie von der Misere und haben, so hört man immer häufiger, die Sollbruchstelle bereits bei der Produktion eingeplant. Sie ist nicht der Fehler. Die verkürzte Lebensdauer ist beabsichtigt. Geplante Obsoleszenz.

Gilt das auch für Risse in der Gesellschaft, ist der Rassismus die Sollbruchstelle der Solidarität unter den Bedingungen der Sozialpartnerschaft, und wer zum Teufel ist hier eigentlich verantwortlich im Sinne der Gewährleistungspflicht? Zugegeben: Ein ordentlicher Gedankensprung. Aber anständig Verdrängtes kommt oft in ungeahnter Umgebung an die Oberfläche. Wovon ist schließlich die Rede, wenn nur noch drum rum geredet wird: Wer profitiert, wer hat den Schaden, und wenn die Erde kaputt geht, was nutzt es uns, dass irgendjemand behauptet, da wär’ noch Garantie drauf?

Lisa Politt stellt sich und dem Publikum nur Fragen, die sie selbst auch interessieren. „Sie beherrscht das Florett ebenso wie das Schwert, ist radikal und federt die Stringenz ihrer Darstellung nie durch unnötigen Charme, Diplomatie oder Pädagogik ab. Wenn es der Sache dient oder sie von ihrer Halsstarrigkeit dazu getrieben wird, setzt sie die Karre auch mal lustvoll und mit Karacho gegen die Wand. Lisa Politt ist das Rasiermesser an der Kehle der Generation Golf“ – „Die einzige Frau in Deutschland, die aggressives politisches Kabarett macht“ (Volker Pispers)

Wenn man Lisa Politt interviewt, weiß man nie, ob sie mit einem wissenschaftlichen Exkurs oder einer unterirdischen Zote antwortet“, kündigte eine leicht genervte ndr- Redakteurin ihre Interviewpartnerin im Radio an. Ein hoher Standard, dem Lisa Politt auch in ihrem neuen Soloprogramm gerecht werden will: Die Gesellschaft ist gespalten, und es soll schließlich für jeden was dabei sein. Und auch wenn gesellschaftlicher Ausgleich langfristig nur über das Austragen des Konflikts erlangt werden kann: Bei dieser Expertin ist die Sache in guten Händen. Vielleicht die einzige Frau, die für einen leidenschaftlichen Streit keinen Zweiten braucht.

Regie: C. Bartz

Die Kritik:

„ ‚Sollbruchstelle’ ist Kabarett jenseits des Kabaretts. Kabarett, das gar nicht weiß, ob ein kabarettistischer Zugriff auf die Welt überhaupt sinnvoll ist, und deswegen immer seine eigene Antithese mitdenkt. Das ist raffiniert, weil Politt, (….), die Altmeisterin des Meta- Kabaretts, so die Möglichkeit hat, wild zwischen den Erzählungen hin- und herzuswitchen (…) Klügeres Kabarett als dieses findet man bis auf Weiteres nicht.“ (Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt)

Lisa Politt ist mit ihrem neuen Programm ein ganz großer Wurf gelungen.(…) ‚Sollbruchstelle’ ist ein Stück voller Bruchstücke, gekonnt montiert durch einen Dialog mit Regisseur Christian Bartz.(…) ‚Sollbruchstelle’ ist bestes Kabarett jenseits von Frontalunterricht und doch mit klaren Aussagen und dem deutlichen Fingerzeig, wie es mit dem seit Jahrzehnten totgesagten Kabarett weitergehen kann. Wenn eine gute Regie am Werk ist.“ (Jürgen Wittner, Kulturnews)

Politt erzählt (solche scheinbar profanen Geschichten) niemals ohne Hintergedanken, an ihren Details lassen sich immer Zustände einer Gesellschaft ablesen, der die Autorin bis heute mit vielleicht sogar wachsendem Misstrauen begegnet. (…) Immer wieder wechselt Politt von Laubenpieper-Storys zu großer Politik und zurück. (…). Die ‚Sollbruchstelle’ der 61-Jährigen erweist sich des Jubiläums als sehr würdig“. (Stefan Krulle, Die Welt)